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MATA 

MATRIARCHAT UND TANZ

Tanz als Ausdruck ritueller Naturverbundenheit

2021

Matriarchat

Als matriarchale Kulturen werden Ethnien bezeichnet, in denen das mütterliche, nährende, pflegende, gebärende Prinzip zentral ist. Die biologische Mutterschaft hierbei nicht wichtig, sondern wird zu einem kulturellen Model. Namen werden in der Mutterlinie weitergegeben. Vaterschaft sowie Monogamie sind keine bekannten Kategorien. Jedes Kind wird als ein widergeborener Ahne angesehen. Wissen und Güter werden in matriarchalen Gesellschaften geteilt. Das Kollektiv ist dabei zentral, der einzelne Mensch versteht sich noch nicht als Einzelner, er ist Teil seines Clans.  Frauen werden hier für ihre regenerativen Fähigkeiten geehrt und erfahren entsprechende Fürsorge, genauso wie Kinder und alte Menschen. Ältere werden für ihre Lebenserfahrung geachtet. Anstelle des Privateigentums steht in matriarchalen Gesellschaften das Nutzungsrecht. Die Frauen verwalten hier die Lebensgüter (Felder, Häuser, Nahrungsmittel). Die Älteste ist die Matriatin. Sie verteilt die Güter und verhindert die Anhäufung von Eigentum. In Festen werden die Reichtümer eines Clans verteilt. Die Ökonomie des Schenkens führt zu einem regen Austausch der Güter. Die Subsistenz- Wirtschaft mit lokaler und regionaler Unabhängigkeit (Selbstversorger*innen) ist sozial orientiert und beruht auf Konsens.

Feste werden in Matriarchaten meistens Jahreszeiten zugeordnet. Dies bringt die unmittelbare Naturverbundenheit zum Ausdruck. Der Mensch ist Teil der Natur und somit den Naturgesetzen und -gewalten untergeordnet. Der Mensch lernt von der Natur und ist im Unterschied zu anderen Tieren ein Werkzeug erzeugendes Tier. Die Kausalitäten der Natur waren internalisiert ohne sie als solche Naturwissenschaftlich zu verstehen. Mythen dienten der Erklärung von solchen Phänomenen.

Die Erde wird hier als große Mutter verehrt. Himmel und Erde bilden zusammen die Welt, worin die Menschen eingebettet sind. Als „Frau- Welt“ ist sie weiblich und göttlich. Ein transzendenter Gott wird nicht benötigt. Matriarchate sind Diesseits- und nicht Jenseits orientiert. Die Arbeit ist wichtiger Bestandteil solcher Kulturen (z.B. weben, spinnen, Ackerbau, sähen, backen). Auch hier wird Wissen geteilt und die Natur mit Respekt und Demut um Unterstützung gebeten. Die Arbeit wird so zum Menschwerdungsprozess.

Matriarchale Mythen : Frau Holle

Grundmuster der Großen Göttin in ihrer dreifachen Gestalt auf. Diese regierte als Mädchen, als Frau und als weise Alte die drei Zonen der Welt: Himmel, Erde und Unterwelt. Dort wirkte die Dreifache Göttin als Lichtbingerin vom Himmel /weiß/ Frühling, als Liebes- und Lebensbringerin auf der Erde/Sommer/rot und als die Bringerin von Tod und Wiedergeburt in der Unterwelt Herbst/Winter. In manchen Märchen stehen die drei Farben auch für Morgen, Mittag, Abend (z.B. Baba Jaga Märchen). Sie trägt verschiedene Namen und tritt auch in Facetten in anderen Göttinnen auf (Holle/ Percht/Freya/Gaia- Artemis (weise- schützt Tiere) Demeter (rote-Acker Getreide fruchtbar) Athene (schwarze- Unterwelt)

Holle als Wettermacherin! Federkleid Taube- Ergrünt, Frühlingsbad (Seelchen in die Jungfrauen). Rot/Holda -> Haare kämmen -> 1 Mai empfängt Heros in ihrem Schoss/ (zum Thema „Die Göttin und ihr Heros“ gibt es auch kritische Meinungen aus feministischen Kreisen, z.B. Garbiele Uhlmann, Kirsten Armbruster…) später Hexentanz/Walpurgis /Venusberge. Schwarz/ Hel-> wilde Jagd, Seelenzug, Tod(Abschied Natur), 12 Weihnächte- dann verjüngung

 Geschichtliche Umdeutung und Dämonisierung der Matriarchalen Symbole -> zum Beispiel Urgöttin /Frau Holle wird in eine Jenseitsorientierung umgedeutet (Maria- Prozessionen, Kapellen an Quellen, Zuständig für weibliche Sorgen, Haushalt, Spinnen, blaue Kappe/ Frausein Mutterschaft abwertend)